Besoldung & Beamte

Beamtinnen und Beamte werden nicht nach Tarifvertrag bezahlt, sondern nach Gesetz – und jedes Bundesland hat ein eigenes. Hier finden Sie die Rechner und Tabellen dazu, mit den Werten für 2026.

Stand: 24. September 2026Tabelle gültig ab: 01.04.2026Rechtsstand: geltendes RechtQuellen & MethodikRedaktionelle Richtlinien

Wie Besoldung funktioniert

Die Besoldung setzt sich aus drei Bausteinen zusammen:

  • Grundgehalt – bestimmt durch Besoldungsgruppe (A 5 bis A 16, dazu B, R und W) und Erfahrungsstufe
  • Familienzuschlag – für Verheiratete und je Kind; in einigen Ländern zusätzlich nach Wohnort gestaffelt
  • Zulagen – Amts-, Stellen-, Polizei- oder Erschwerniszulagen je nach Amt

Anders als bei Tarifbeschäftigten fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an. Abgezogen werden nur Lohnsteuer, gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sowie die private Kranken- und Pflegeversicherung.

Jedes Land rechnet anders

Seit der Föderalismusreform ist Besoldung Ländersache. Das führt zu erheblichen Unterschieden, die weit über die Beträge hinausgehen:

  • Zahl der Erfahrungsstufen – der Bund hat 8, Bayern 10, Niedersachsen 11, Nordrhein-Westfalen 10 (beginnend bei Stufe 3)
  • Familienzuschlag – Bund und Niedersachsen nach dem klassischen Modell, Nordrhein-Westfalen nach Mietenstufe, Bayern nach Ortsklasse, Baden-Württemberg getrennt nach ehe- und kindbezogenem Teil
  • Anpassungstermin – NRW und Niedersachsen zum 1. April 2026, der Bund zum 1. Mai, Hessen zum 1. Juli, Bayern erst zum 1. Oktober

Ein Rechner, der alle Länder gleich behandelt, rechnet deshalb zwangsläufig falsch. Wir bauen pro Land ein eigenes Modell – den Anfang macht der Besoldungsrechner NRW.

Beihilfe statt Krankenkasse

Statt in der gesetzlichen Krankenversicherung sind Beamtinnen und Beamte beihilfeberechtigt: Der Dienstherr übernimmt in der Regel 50 Prozent der beihilfefähigen Aufwendungen, für Ehegatten 70 und je Kind 80 Prozent. Ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern steigt der eigene Satz auf 70 Prozent. Den Rest deckt eine private Krankenversicherung ab.

Einige Länder bieten inzwischen eine pauschale Beihilfe als Alternative an, mit der auch Beamte gesetzlich versichert bleiben können – unter anderem Niedersachsen und Baden-Württemberg. Bund, Bayern und Nordrhein-Westfalen bieten sie derzeit nicht.

Pension statt Rente

Das Ruhegehalt beträgt je ruhegehaltfähigem Dienstjahr 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge, höchstens 71,75 Prozent nach 40 Dienstjahren. Ruhegehaltfähig sind Grundgehalt und Familienzuschlag der Stufe 1 – kinderbezogene Anteile zählen nicht.

Bei vorzeitigem Ruhestand greift ein Versorgungsabschlag von 3,6 Prozent je Jahr. Wer mindestens fünf Jahre im Dienst war, erhält mindestens die gesetzliche Mindestversorgung.

Beamte und Tarifbeschäftigte im Vergleich

Bei gleichem Bruttobetrag bleibt Beamtinnen und Beamten deutlich mehr netto, weil keine Sozialabgaben anfallen. Der Vorteil schrumpft jedoch, sobald die private Krankenversicherung gegengerechnet wird – und er verschiebt sich über das Erwerbsleben, weil der Pension auf der anderen Seite gesetzliche Rente plus Zusatzversorgung gegenüberstehen.

Für die Tarifseite: TVöD für Bund und Kommunen, TV-L für die Länder.

Häufige Fragen

Warum zahlen Beamte keine Sozialabgaben?

Weil sie in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis stehen. An die Stelle von gesetzlicher Rente und Krankenversicherung treten Beamtenversorgung und Beihilfe.

Gilt eine bundesweite Besoldungstabelle?

Nein. Seit der Föderalismusreform 2006 regelt jedes Land seine Besoldung selbst. Bei gleicher Besoldungsgruppe können mehrere hundert Euro zwischen zwei Ländern liegen.

Wie finde ich meine Erfahrungsstufe?

Sie steht auf Ihrer Bezügemitteilung. Die Stufe steigt mit der Dienstzeit; die Einstiegsstufe hängt in mehreren Ländern zusätzlich von der Besoldungsgruppe ab.

Was ist der Familienzuschlag?

Ein Bestandteil der Besoldung für Verheiratete und für Kinder. Die Höhe unterscheidet sich stark je Dienstherr – in NRW etwa richtet er sich ab dem ersten Kind nach der Mietenstufe des Wohnorts.

Verdienen Beamte mehr als Angestellte?

Brutto meist ähnlich, netto in der Regel mehr. Dem stehen die selbst getragene Krankenversicherung und andere Absicherungsstrukturen gegenüber – ein reiner Bruttovergleich führt in die Irre.

Übergeordnet: Öffentlicher Dienst & Beamte